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Magnetresonanztomographie –
die MRT Untersuchung.

Bei der Magnetresonanzuntersuchung kommen keine Röntgenstrahlen zum Einsatz. Das System basiert auf sehr starken Magnetfeldern und elektromagnetischen Wechselfendern, das eine genaue dreidimensionale Abbildung der inneren Organe ermöglicht.

 

Was ist eine MRT-Untersuchung?

Die Magnetresonanztomographie ist eine äusserst wertvolle, schmerzlose Untersuchung, die es den Radiologen erlaubt, Bilder von Ihrem Körperinnern zu erzeugen, die mit andern bildgebenden Methoden nicht dargestellt werden können. Dabei werden mit Hilfe eines starken, dauernd vorhandenen Magnetfeldes die Verteilung und Menge von Wasserstoffatomen im Körper gemessen und aus diesen Daten mittels eines leistungsstarken Computers Bilder erzeugt. Während der Untersuchung wird in aller Regel eine Serie von Schnittbildern in verschiedenen Ebenen und mit unterschiedlichem Bildkontrast aufgenommen.

Die MRT-Technik hat in den vergangenen 2 Jahrzehnten enorme Fortschritte gemacht und erlaubt heute den Ärzten, Veränderungen in Ihrem Körper früher oder weniger belastend zu entdecken, die Therapie entsprechend anzupassen und die Heilungsaussichten und/oder Lebensqualität für den Patienten zu verbessern.

Neben Magnetresonanztomographie (MRT) haben sich im Sprachgebrauch auch andere Begriffe wie Kernspintomographie (KST), MRI (aus dem Englischen Magnetic Resonance Imaging), NMR (aus dem Englischen Nuclear Magnetic Resonance) und MR eingebürgert.

Welche Organe bzw. Körperregionen können untersucht werden?

Es können routinemässig Untersuchungen des Kopfes, Halses, der gesamten Wirbelsäule, des Brustraumes, des Herzens, der weiblichen Brust, des Bauchraumes und des kleinen Beckens mit seinen Organen inklusive Darmtrakt, der Arme und Beine, der Hände und Füsse und sämtlicher Gelenke durchgeführt werden. Abklärungen der Gefässe von der Körperhauptschlagader und Hohlvene bis zu den mittleren und kleinen Gefässen des Gehirns und des übrigen Körpers werden ebenfalls durchgeführt.

Dank modernem Aufnahmeverfahren kann auch der gesamte Körper zum Nachweis von Entzündungsherden oder Metastasen in einem Untersuchungsgang abgebildet werden.

 

Sicherheitsaspekte

Alle unsere Untersuchungsgeräte werden regelmässigen Qualitätskontrollen unterzogen und sind dank Software-Updates stets auf dem neuesten technischen Stand.

MR-Geräte brauchen für die Bildgebung - im Gegensatz zur Computertomographie - keine Röntgenstrahlen, sondern ein starkes, konstant vorhandenes Magnetfeld, ein zusätzliches variables Magnetfeld und Radiofrequenzen, wie sie beim Radio und TV verwendet werden.

Auch wenn die MR-Untersuchung keine Röntgenstrahlen benötigt und wir sowohl Schwangere als auch Frühgeburten und Neugeborene kernspintomographisch untersuchen und es keine wissenschaftlich fundierten Daten gibt, die zeigen würden, dass die MRT für das werdende Kind schädlich ist, ist es wichtig, dass die verantwortliche medizinisch-technische Radiologie-Assistentin (MTRA) über eine allfällige Schwangerschaft informiert ist. Wir sind weiterhin sehr vorsichtig und zurückhaltend bei der Untersuchung von Frauen in den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft.

 

Chirurgische Implantate, Stents, Prothesen?

Die allermeisten heute und in den letzten 20 Jahre verwendeten chirurgischen Implantate, Stents und Prothesen sind MR-tauglich und es besteht kein Risiko für Lockerung derselben. Gelegentlich stören diese Implantate die Bilderzeugung und sehr selten verunmöglichen sie eine korrekte Beurteilung der erzeugten Bilder.

Bei jedem Patienten wollen wir sicherheitshalber den Zeitpunkt der Implantation, den Typ und den Ort des Implantates wissen, damit wir vorgängig allenfalls notwendige Schritte einleiten können, die Untersuchung für Gerät und Patient sicher durchzuführen oder eine anderes bildgebendes Verfahren, z. B. eine Computertomographie auszuwählen. Dies gilt vor allem für Neurostimulatoren, Neuromodulatoren, Medikamentenpumpen, Gehörimplantate und Aneurysmaclips im Kopf. 

Patienten mit Herzschrittmachern der neusten Generation können nur in Absprache mit dem verantwortlichen Kardiologen und unter strenger Abwägung von Nutzen und Risiko im MR untersucht werden. Patienten mit älteren Pacemakern können nicht kernspintomographisch untersucht werden und es muss eine alternative bildgebende Untersuchung gesucht werden.

 

Kontrastmittel, andere Medikamente

Bei einer Mehrzahl der Personen ist es nötig, im Verlaufe der MR-Untersuchung ein Kontrastmittel intravenös zu injizieren, um den Informationsgehalt der Untersuchung zu erhöhen. Unter Umständen wird die zuständige MTRA auf Anweisung des verantwortlichen Radiologen bei Ihnen, bevor Sie den Untersuchungsraum betreten, einen venösen Zugang in eine Arm- oder Handvene legen. Die von uns verabreichten Kontrastmittel zeichnen sich durch eine hervorragende Verträglichkeit aus und dürfen auch bei nierenkranken Patienten verwendet werden. Kontrastmittelreaktionen sind äusserst selten und allermeist harmlos, können aber leider wie bei allen andern Medikamenten nicht sicher ausgeschlossen werden. Sind bei Ihnen Allergien oder frühere Kontrastmittelreaktionen bekannt, kann eine Kurzinfusion mit antiallergischen Medikamenten ein erneutes Auftreten verhindern oder zumindest die Symptome wesentlich lindern.

Bei Gelenkabklärungen und speziellen Fragestellungen Ihres betreuenden Arztes injiziert ein Radiologe vorgängig verdünntes Kontrastmittel direkt in das zu untersuchende Gelenk, nachdem er mit Ihnen über Nutzen und Risiko ausführlich gesprochen und Ihre Fragen beantwortet hat.

 

Platzangst, Klaustrophobie

Bei Untersuchungen des Beckens und der unteren Extremitäten bleibt der Kopf wegen der kurzen Bauweise unserer Geräte stets ausserhalb der „Röhre“. Bei den übrigen Untersuchungen treffen wir dank des grossen Querdurchmessers der „Röhre“ nur noch auf wenige Patienten, die die MR-Untersuchung gar nicht beginnen wollen oder diese vorzeitig abbrechen. In solchen Situationen können wir ein kurz wirksames angstlinderndes und beruhigendes Mittel intravenös oder über einen Nasenspray verabreichen, bei stark ausgeprägter Klaustrophobie organisieren wir eine Untersuchung, bei der der Patient schläft und von einem Anästhesieteam betreut und überwacht wird.

 

Terminvereinbarung

Damit wir Sie untersuchen können, brauchen wir eine Zuweisung durch Ihren behandelnden Arzt. Den Untersuchungstermin teilen wir Ihnen entweder schriftlich mit oder vereinbaren ihn telefonisch mit Ihnen. 

 

Wie bereite ich mich vor?

Essen und Trinken, Medikamente:

Für die allermeisten MR-Untersuchungen ist keine spezielle Vorbereitung nötig und Sie können problemlos vorgängig eine leichte Mahlzeit zu sich nehmen. Ebenfalls sollen alle Medikamente wie gewohnt eingenommen werden, dies gilt besonders für Diabetiker.

Falls bei Ihnen ausnahmsweise eine Untersuchung auf nüchternen Magen erfolgen soll oder andere kurzfristige Einschränkungen der Essgewohnheiten für den Erfolg der Untersuchung entscheidend sind, so teilen wir Ihnen das vorgängig mit und werden versuchen, die MRT im Verlaufe des Vormittages durchzuführen. 

Kleider, Wertsachen, Piercings, Make-up:

Kommen Sie in Kleidern, die Sie leicht aus- und anziehen können und lassen Sie wertvollen Schmuck zuhause. Entfernen Sie - wenn möglich schon zuhause - alle Piercings, bei denen Sie nicht sicher sind, dass sie aus nicht-ferromagnetischem Metall bestehen. In der Umkleidekabine deponieren Sie alle übrigen persönlichen Gegenstände, die Sie nicht in den MR-Raum mitnehmen können. Die verantwortliche MTRA wird Ihnen bei Bedarf helfen und allfällige Fragen gerne beantworten.

 

Was geschieht während der Untersuchung?

Die zuständige MTRA bringt Sie in den MR-Raum, wo Sie sich auf den Untersuchungstisch legen. Sie erhalten einen kleinen Alarmball in die Hand, mit dem Sie sich während der Untersuchung bemerkbar machen können. Gegen den Lärm geben wir Ihnen entweder Kopfhörer mit der Möglichkeit, Musik zu hören oder Ohropax-Stöpsel. Sobald Sie bereit sind, positioniert die MTRA den Teil Ihres Körpers, den wir untersuchen müssen, im Zentrum der „Röhre“ und verlässt den Raum. Während die Messungen laufen, sieht Sie die MTRA durch das Kontrollfenster sowie über eine TV-Kamera und bleibt während der ganzen Zeit über eine Gegensprechanlage mit Ihnen in Kontakt. Sobald Bilder aufgenommen werden, hören Sie das typische Klopfgeräusch, während dieser Zeit, die in aller Regel zwischen wenigen Sekunden und einigen Minuten dauert, sollen Sie so ruhig und entspannt wie möglich liegen, um eine optimale Bildqualität zu ermöglichen. Die gesamte Dauer der MR-Untersuchung liegt allermeist zwischen 20 und 45 Minuten. Sobald alle notwendigen Bilder durch den Computer berechnet und vom zuständigen Radiologen kontrolliert worden sind, führt Sie die MTRA zurück zu Ihrer Umkleidekabine. Wenn Sie umgekleidet sind und die Injektionsstelle nicht mehr blutet, dürfen Sie das Institut verlassen. 

 

Was muss ich nach der Untersuchung beachten?

Routinemässige Einschränkungen nach einer MR-Untersuchung gibt es nicht, die normale Aktivität kann unmittelbar danach wieder aufgenommen werden, empfehlenswert ist eine reichliche Flüssigkeitsaufnahme, um die Kontrastmittelelimination durch die Nieren zu unterstützen.

Falls Medikamente von uns verabreicht werden müssen, die die Fahrtüchtigkeit herabsetzen, z. B. beruhigende und angstlösende Mittel bei Platzangst, dürfen Sie sich anschliessend nicht selber ans Steuer Ihres Fahrzeuges setzen.

 

Wer teilt mir das Untersuchungsresultat mit?

Der für die gesamte Untersuchung - die zwischen 200 und mehr als 1000 Bilder umfassen kann - bei Ihnen verantwortliche Facharzt für Radiologie fasst die Befunde und seine Beurteilung in einem schriftlichen Bericht zuhanden des zuweisenden Arzt zusammen, der Ihnen zusammen mit den Bildern das Untersuchungsresultat mitteilen und Ihre Fragen beantworten wird. Nur in medizinisch dringenden Fällen wird der Radiologe selber Ihnen den Befund mitteilen und die notwendigen weiteren Schritte in Absprache mit Ihnen und dem zuweisenden Arzt einleiten.

 

Technische Ausstattung

Aera (Siemens Healthcare), 1.5 Tesla Hochfeldgerät

 

Leistungsspektrum

Mit diesem Gerät wird das gesamte diagnostische Spektrum moderner morphologischer und funktioneller MR-Diagnostik dank Oberflächenspulentechnologie in hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung abgedeckt. Die Untersuchungszeiten bewegen sich in der Regel zwischen 15 und 25 Minuten, aufwändige Untersuchungen dauern gelegentlich bis 60 Minuten. 

Folgende Untersuchungen werden an unserem Institut durchgeführt:

  • Kraniozerebrale MRI 
    Konventionelle native oder KM-verstärkte Untersuchung
    Perfusion Imaging
    Diffusion Tensor Imaging*
    Bold-Imaging*
    Arterial Spin Labeling (ASL-Imaging)
    MR-Spektroskopie*

  • Viszerokranielle MRI 

  • Vertebrospinale MRI
    Konventionelle native oder KM-verstärkte Untersuchung sämtlicher Wirbelsäulenabschnitte
    Dynamische Untersuchung der HWS

  • Muskuloskelettale MRI
    Konventionelle native oder KM-verstärkte Untersuchung sämtlicher Skelettabschnitte, Weichteile und Gelenke
    MR-Arthrographien

  • Zervikale MRI 

  • Thorakale MRI
    Konventionelle native oder KM-verstärkte Abklärung des Mediastinums, der Pleura und Thoraxwand
     
  • Kardiale MRI*
    Die kardiale MR-Diagnostik erfolgt in enger Kooperation mit dem Fachbereich für Kardiologie
    Viabilitätsabklärung des Myokards
    Stress-MRI zur Ischämieabklärung
    Kardiomyopathieabklärung
    Abklärung perikardialer Prozesse
    Klappenvitien
    Malformationen
     
  • Abdominale MRI
    Konventionelle native oder KM-verstärkte Abklärung der parenchymatösen Organe oder des Retroperitoneums mittels unspezifischen interstitiellen oder Leber-spezifischen Kontrastmitteln
    MR-Cholangiopankreatikographie
    Funktionelle Untersuchung der Gallenwege
    Funktionelle Untersuchung des Pankreas und Ductus pancreaticus
    MR-Urographie

  • Pelvine MRI
    Untersuchung von Uterus, Ovarien und Vagina
    Prostata
    Testis
    Rektum und Analkanal 

  • MRI von intubierten/sedierten Patienten
    Intubierte und Katecholamin-bedürftige Patienten werden während der Untersuchung vom betreuenden Personal von CHIPS, MIPS oder NIPS überwacht
    Kurzsedationen und MAC für ausgeprägt klaustrophobe ambulante Personen werden zusammen mit dem Institut für Anästhesiologie durchgeführt
    Mässig klaustrophobe Personen können mit Dormicum-Nasenspray unmittelbar vor der Untersuchung beruhigt werden 

  • MRI des Intestinaltraktes
    Duodenum- und Dünndarmuntersuchungen

  • MR-Mammographie
    Mamma-Untersuchungen obligat mit i.v. Kontrastmittel

  • MR-Angiographie
    Native und/oder KM-unterstützte Arterio- und Venographien sämtlicher Körperregionen

  • Ganzkörper-MRI
    Native und/oder KM-unterstütztes Tumorstaging oder Abklärung entzündlicher Prozesse


* können im Moment im Spital Uznach noch nicht durchgeführt werden

 

Kontraindikationen

Kardiale Pacemaker sind in aller Regel weiterhin eine absolute Kontraindikation für eine MR-Untersuchung. Sollte für die Klärung der klinischen Symptomatik oder für die Evaluation eines operativen Procederes eine MR-Untersuchung zwingend notwendig sein, kann nach kardiologischer Abklärung eine MR-Untersuchung in Betracht gezogen werden, welche in enger Kooperation mit dem Fachbereich Kardiologie des KSSG durchführt werden würde.

PatientenInnen mit Neurostimulatoren, Neuromodulatoren und Schmerzpumpen können kernspintomographisch untersucht werden, wobei das implantierte Modell bekannt sein und der Stimulator/Modulator für die Dauer der Untersuchung inaktiviert werden muss. Je nach Typ der Schmerzpumpe muss diese ebenfalls für die Dauer der MR-Untersuchung inaktiviert werden.

Zerebrale Aneurysmaclips stellen keine Kontraindikation dar, sofern der Typ des Aneurysmaclips bekannt ist. Interventionell-neuroradiologisch gecoilte zerebrale Aneurysmen können ohne Gefährdung untersucht werden, eine lokale Signalauslöschung muss allerdings in Kauf genommen werden.

Sämtliche übrigen Implantate wie Stents, Gefässgrafts, Herzklappenprothesen, kardiale Okklusionsschirme, Gelenkendoprothesen und Clips sind problemlos kernspintomographisch zu untersuchen, ein lokaler Informationsverlust auf den Bildern ist durch Suszeptibilitätsartefakte möglich, eine Lockerung der Implantate ist jedoch nicht zu befürchten. Die Kenntnis des Modells und des OP-Zeitpunktes der kardialen Implantate erleichtert die Planung und Zuteilung an die verschiedenen Geräte.

Zuweiser/Ärzte: Bitte beachten Sie bezüglich einer allfällig notwendigen intravenösen Kontrastmittelapplikation unsere "Empfehlung zur Anwendung von Kontrastmitteln".

Information über Schmerzpumpen und Neurostimulatoren im MR.